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Fasssauna Holzofen oder Elektroofen? Der ehrliche Vergleich

Holzofen mit brennendem Feuer und Saunasteinen in einer Fasssauna

Von Redaktion Holz & Hitze

Zuletzt aktualisiert: · 9 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Ein Elektroofen ist bequemer: einschalten, warten, saunieren – er braucht aber einen 400-V-Anschluss, den ein Elektriker legen muss. Ein Holzofen braucht keinen Starkstrom und sorgt für eine besondere Atmosphäre, verlangt aber Brennholz, regelmäßiges Nachlegen und eine Abnahme durch den Schornsteinfeger. Wer Wert auf einfache Bedienung legt und Nachbarn nah am Grundstück hat, ist mit Elektro meist besser beraten.

Die Wahl des Ofens ist die wichtigste technische Entscheidung bei einer Fasssauna. Sie bestimmt, welche Arbeiten vor dem Aufbau nötig sind, wie ein Saunaabend abläuft und was er kostet. In diesem Vergleich gehen wir die Punkte der Reihe nach durch – ohne Testsieger, sondern mit den Fragen, die Sie für Ihre Situation beantworten sollten.

Der Vergleich auf einen Blick

Auf einen Blick

Elektroofen

Holzofen

Anschluss

Meist 400 V, Fachbetrieb

Kein Strom nötig, Schornstein

Aufheizzeit

Zeitschaltung möglich

Anheizen und nachlegen

Bedienung

Knopfdruck

Holz tragen und schüren

Kosten

Abhängig vom Strompreis

Abhängig vom Holzpreis

Abnahme

Elektrofachbetrieb

Schornsteinfeger

Vereinfachte Übersicht; Einzelheiten in der Tabelle und den folgenden Abschnitten.
Holzofen und Elektroofen im Vergleich (allgemeine Richtwerte)
KriteriumElektroofenHolzofen
Anschaffung Ofenca. 300–1.200 € (Beispiel, Stand prüfen)ca. 400–1.500 € (Beispiel, Stand prüfen)
Zusatzkosten400-V-Leitung, Steuerung, ElektrikerSchornstein, Funkenschutz, Schornsteinfeger
Anschluss/AbnahmeElektrofachkraftBezirksschornsteinfeger
Aufheizzeitca. 45–90 Minutenca. 45–75 Minuten, mit Anfeuern
BedienungKnopfdruck, Temperatur einstellbarAnfeuern, Nachlegen, Asche entleeren
Laufende KostenStrom, abhängig von kW und StrompreisBrennholz, abhängig von Holzpreis
Rauch und Geruchkeinerja, Rücksicht auf Nachbarn nötig
Atmosphäregleichmäßig, ruhigFeuerknistern, Flammenbild

Die Preisangaben sind grobe Beispiele aus Händlerangaben und schwanken je nach Hersteller, Leistung und Ausstattung stark. Prüfen Sie aktuelle Preise immer selbst.

Anschaffung: Was der Ofen wirklich kostet

Viele Fasssaunen werden als Paket mit Ofen angeboten. Ob Holz oder Elektro, macht beim reinen Ofenpreis oft weniger aus, als man denkt. Der Unterschied liegt in den Nebenkosten.

Beim Elektroofen kommen eine Steuerung (oft separat oder als integrierte Bedieneinheit) und vor allem die Stromleitung zur Sauna hinzu. Liegt die Sauna 20 Meter vom Haus entfernt, muss ein Erdkabel verlegt und ein eigener Stromkreis im Verteiler eingerichtet werden. Je nach Entfernung, Graben und Zustand Ihres Hausanschlusses können dafür einige hundert bis über tausend Euro anfallen. Holen Sie dafür ein Angebot eines Elektrobetriebs ein.

Beim Holzofen brauchen Sie ein Ofenrohr beziehungsweise einen kleinen Schornstein durch das Dach der Fasssauna, eine Dachdurchführung, Funkenschutz und gegebenenfalls einen Hitzeschutz an der Wand. Viele Hersteller liefern das im Set. Dazu kommen Kosten für die Abnahme durch den Schornsteinfeger und einen geeigneten Lagerplatz für Brennholz.

Beispiel: Elektro-Saunaofen 9 kW mit externer Steuerung

Beispielprodukt, kein Test.

  • Temperatur genau einstellbar
  • Kein Brennholz, kein Rauch
  • Zeitvorwahl je nach Steuerung möglich
  • Benötigt 400-V-Anschluss durch eine Elektrofachkraft

Preisrahmen: ca. 500–1.200 € (laut Herstellerangabe, Stand prüfen)

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Beispiel: Saunaholzofen für Fasssaunen

Beispielprodukt, kein Test.

  • Kein Starkstrom nötig
  • Schnelle, kräftige Hitze
  • Stimmungsvolles Flammenbild
  • Regelmäßiges Nachlegen und Abnahme durch den Schornsteinfeger nötig

Preisrahmen: ca. 500–1.500 € (laut Herstellerangabe, Stand prüfen)

Bei Amazon ansehen

Elektroofen: 400-V-Anschluss durch den Elektriker

Saunaöfen ab etwa 4,5 kW werden in aller Regel an Drehstrom, also 400 Volt, angeschlossen. Für eine Fasssauna mit zwei bis vier Personen sind 6 bis 9 kW üblich. Eine normale Steckdose reicht dafür nicht.

  • Der Anschluss muss von einer eingetragenen Elektrofachkraft ausgeführt werden. Das ist keine Formalität, sondern eine Frage der Sicherheit und meist auch der Herstellergarantie.
  • Der Elektriker prüft, ob Ihr Hausanschluss und der Zählerschrank die zusätzliche Last tragen.
  • Zur Sauna führt eine eigene, abgesicherte Leitung mit passendem Querschnitt, im Garten meist als Erdkabel.
  • Fehlerstromschutzschalter und eine Trennmöglichkeit sind vorzusehen. Die Details legt der Fachbetrieb fest.

Holzofen: Abnahme durch den Schornsteinfeger

Ein Holzofen ist eine Feuerstätte. In Deutschland gilt für Feuerstätten, dass sie vor der ersten Nutzung vom zuständigen Bezirksschornsteinfeger abgenommen werden müssen. Er prüft unter anderem Abstände zu brennbaren Bauteilen, die Abgasführung und die Höhe des Schornsteins. Danach steht in der Regel eine wiederkehrende Überprüfung an.

Rufen Sie den Schornsteinfeger am besten schon vor dem Kauf an. Er kann Ihnen sagen, worauf er bei Ihrem Standort achtet, etwa auf die Lage zu Fenstern der Nachbarn oder auf die Mündungshöhe des Rohres. Je nach Region und Landesrecht können zusätzliche Vorgaben gelten. Bei Fragen zur Genehmigung der Sauna selbst ist das örtliche Bauamt zuständig.

Aufheizzeit: Wie lange Sie warten

Eine Fasssauna hat ein vergleichsweise kleines Raumvolumen und heizt deshalb schneller auf als ein großes Saunahaus. Wie schnell, hängt von Ofenleistung, Außentemperatur, Holzstärke der Wände und Größe ab.

Ein Elektroofen mit 6 bis 9 kW braucht für eine typische Fasssauna grob 45 bis 90 Minuten, um auf 80 °C zu kommen. Im Winter eher länger. Der Vorteil: Sie müssen in dieser Zeit nichts tun. Mit einer Steuerung mit Zeitvorwahl ist die Sauna warm, wenn Sie aus dem Haus kommen.

Ein Holzofen kann ähnlich schnell oder schneller sein, weil er kräftig Wärme abgibt. Dafür müssen Sie ihn anfeuern, in der Anfangsphase mehrmals nachlegen und die Luftzufuhr regulieren. Die Aufheizzeit ist also aktive Zeit, die Sie im Garten verbringen.

Bedienung im Alltag

Für viele Menschen ab 50 ist das der entscheidende Punkt. Beim Elektroofen wählen Sie Temperatur und Dauer, der Rest läuft automatisch. Es gibt kein Holz zu tragen, keine Asche zu entsorgen, und die Temperatur bleibt konstant.

Beim Holzofen gehört Arbeit dazu: Holz kaufen, trocken lagern, zur Sauna tragen, anfeuern, nachlegen, später die Asche entleeren. Manche genießen genau dieses Ritual. Wer aber Rücken- oder Knieprobleme hat, sollte ehrlich überlegen, ob er das auch in zehn Jahren noch zweimal pro Woche tun möchte. Holzöfen werden zudem in der Regel durch eine Klappe in Bodennähe beschickt, das heißt: bücken in der Hitze.

Dafür spricht

  • + Elektro: Knopfdruck, konstante Temperatur, Zeitvorwahl
  • + Elektro: kein Tragen, kein Bücken zum Nachlegen
  • + Holz: unabhängig vom Stromnetz, kein Starkstrom nötig
  • + Holz: besondere Atmosphäre mit Feuer

Dagegen spricht

  • – Elektro: Elektriker und 400-V-Leitung nötig
  • – Elektro: laufende Stromkosten abhängig vom Tarif
  • – Holz: Holzbeschaffung, Lagerung, Asche
  • – Holz: Rauch, Abnahme durch Schornsteinfeger

Laufende Kosten pro Saunaabend

Die laufenden Kosten hängen vor allem von zwei Werten ab: beim Elektroofen vom Strompreis und der Ofenleistung, beim Holzofen vom Holzpreis und vom Verbrauch. Ein Rechenbeispiel für Elektro: Ein 9-kW-Ofen heizt eine Stunde mit voller Leistung und hält danach die Temperatur mit ungefähr halber Leistung. Bei einer Stunde Aufheizen und anderthalb Stunden Saunieren ergeben sich rund 15 bis 16 kWh. Bei einem Strompreis von 35 Cent pro kWh sind das etwa 5,50 Euro pro Abend.

Beim Holzofen hängen die Kosten stark davon ab, ob Sie Holz selbst haben, im Raummeter kaufen oder abgepackt im Baumarkt. Mit gekauftem Scheitholz liegen die Kosten pro Abend oft im Bereich weniger Euro. Diese Werte sind Schätzungen. Mit Ihren eigenen Zahlen rechnen Sie am besten in unserem Rechner nach.

Rechnen Sie Ihre persönlichen Kosten nach: Rechner: Was kostet ein Saunagang?

Nachbarn, Rauch und Geruch

Ein Holzofen erzeugt Rauch, besonders in der Anfeuerphase und wenn das Holz nicht ganz trocken ist. Auf großen Grundstücken ist das selten ein Thema. In Reihenhaus-Gärten oder bei Nachbarn mit Terrasse und offenen Fenstern in der Nähe kann es zu Konflikten kommen. Auch örtliche Vorgaben zu Feuerstätten oder zum Immissionsschutz können eine Rolle spielen. Informieren Sie sich beim Schornsteinfeger und gegebenenfalls bei der Gemeinde.

Ein Elektroofen ist dagegen nahezu geräuschlos und erzeugt keinen Rauch. Wenn Sie Wert auf ein entspanntes Verhältnis zu den Nachbarn legen und die Sauna nah an der Grundstücksgrenze steht, spricht das für Elektro. Zum Abstand zur Grenze gilt: Fragen Sie beim örtlichen Bauamt nach, die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland.

Entscheidungshilfe

Elektroofen passt eher, wenn …

  • Sie einfache Bedienung ohne Holztragen wünschen
  • ein 400-V-Anschluss am Haus vorhanden oder machbar ist
  • Nachbarn nah am Standort wohnen
  • Sie die Sauna spontan und regelmäßig nutzen möchten

Holzofen passt eher, wenn …

  • kein Starkstrom zum Standort gelegt werden kann oder soll
  • Sie Brennholz günstig beziehen und trocken lagern können
  • Sie das Feuerritual bewusst genießen
  • das Grundstück groß ist und Rauch niemanden stört

Es gibt kein richtig oder falsch. Für die Zielgruppe dieses Ratgebers – Hausbesitzer, die die Sauna viele Jahre bequem nutzen möchten – ist der Elektroofen in vielen Fällen die alltagstauglichere Wahl. Der Holzofen bleibt eine schöne Option für alle, denen das Ritual wichtig ist und die die Arbeit gern übernehmen.

Häufige Fragen

Brauche ich für einen Saunaofen in der Fasssauna Starkstrom?

Für Elektroöfen mit der üblichen Leistung von 6 bis 9 kW ja. Der 400-V-Anschluss muss von einer Elektrofachkraft gelegt werden. Ein Holzofen kommt ohne Starkstrom aus.

Muss ein Holzofen in der Fasssauna abgenommen werden?

In Deutschland müssen Feuerstätten vor der ersten Nutzung vom zuständigen Bezirksschornsteinfeger abgenommen werden. Klären Sie die Anforderungen am besten vor dem Kauf mit ihm.

Was heizt schneller, Holz oder Elektro?

Beides kann eine Fasssauna in grob 45 bis 90 Minuten aufheizen. Der Holzofen ist oft kräftig, verlangt aber aktives Anfeuern und Nachlegen. Der Elektroofen heizt ohne Ihr Zutun.

Was kostet ein Saunaabend mit Elektroofen?

Mit einem 9-kW-Ofen, einer Stunde Aufheizen, anderthalb Stunden Saunieren und 35 Cent pro kWh ergeben sich grob 5 bis 6 Euro. Ihre eigenen Werte können Sie im Rechner eingeben.

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